5 Tipps für Destinationen

Was Verantwortliche in DMOs jetzt tun können, um ihre Betriebe zu unterstützen und die Zeit der Krise bestmöglich zu nutzen.

NewsroomSpezial: Corona-Krise

Viele Verantwortliche in Destination Management Organisationen beschäftigt derzeit die Frage, was sie kurz- und mittelfristig tun können, um ihre Betriebe zu unterstützen. Zudem werden Ziele und Strategien hinterfragt und es wird in Szenarien weitergeplant. Es bestehen Unsicherheiten und verschiedene Vorgehensweisen der DMOs, nicht zuletzt auch im Marketing und der Budgetierung.

Ein Experten-Beitrag von Mag. Gernot Memmer
Managing Partner und Geschäftsführer bei Kohl & Partner

5 TIPPS FÜR DESTINATIONEN

1. Passen Sie die DMO-Budgets an und optimieren Sie die Kosten.

Viele touristische Organisationen werden durch die Corona-Krise deutlich weniger Einnahmen realisieren. Die Budgets müssen überarbeitet werden und alle Einsparungspotenziale werden genutzt. Nutzen Sie alle Maßnahmen, die von der Politik und den Interessensverbänden geboten werden. Viele setzen derzeit auf Kurzarbeit, Zeitausgleich und Urlaubsabbau. In den verbleibenden Zeiten werden Arbeiten gemacht, die schon länger auf der „To-Do-Liste“ stehen und die Arbeit in der touristischen Organisation professionalisieren (Stichwort: Digitalisierung).

Gerade in Krisenzeiten gewinnt die exakte und angepasste Planung von Erlösen und Kosten (Mitarbeiterkosten, Marketing– und Produktentwicklungskosten, Sachkosten) abhängig von Szenarien an Bedeutung.

2. Hinterfragen und innovieren Sie Abläufe in der Organisation.

Planen Sie dabei auch Maßnahmen zur Reorganisation ein. Einige touristische Organisationen denken genau jetzt über die Weiterentwicklung der internen Organisation nach. Sie klären Rollen und Verantwortungen. Sie setzen Schritte um, die das Arbeiten in Zukunft professioneller, aber auch effizienter machen. Viele haben in der Krise gerade digitale Werkzeuge und Kommunikations-Plattformen etabliert und gemeinsam gelernt, wie digitale Tools sinnvoll eingesetzt werden können – und wie nicht.

3. Planen Sie für die Zukunft.

Keiner weiß derzeit, wann es wieder richtig los geht, welche Einschränkungen uns noch länger begleiten und welche Grenzen ab wann wieder geöffnet sind.

Planen Sie daher für Ihre Destination in Szenarien. Beschreiben Sie die Szenarien ganz konkret: Welche Einschränkungen bestehen? Welche Märkte werden dann wieder reisen können? Welche Angebote haben dann geöffnet oder nicht geöffnet? Welche Auswirkungen gibt es auf die Besucherströme vor Ort? Was kann dann konkret im Marketing getan werden? Wie viel Gäste-Potenzial erwarten wir bei uns? Etc.

Bewerten Sie die Szenarien und passen Sie die aktuell gültigen Ziele und Strategien Ihrer Destination entsprechend an.

4. Stärken Sie den Support und die Serviceleistungen für Ihre Partner in der Destination.

Je nachdem, ob Sie landesweite, regionale oder örtliche touristische Organisation sind – seien Sie jetzt stärker denn je für Ihre touristischen Partner, Betriebe und Mitglieder da.

Ein paar Beispiele, wie Sie Betriebe und Partner in Ihrer Destination unterstützen können:

  • Infothek einrichten mit aktuellen Informationen zur Corona-Krise. Insbesondere nationale oder landesweite DMOs stellen auf ihren Websites laufend aktualisierte Updates für die Tourismusbranche zusammen – auch mit Entwicklungen in den Herkunftsmärkten der Gäste. Sie finden diese Updates auch >> hier im SalzburgerLand Newsroom.
  • Wissensvermittlung an Mitarbeiter und Tourismusverantwortliche in Betrieben und touristischen Organisationen: Über Webinare und später (wenn Vor-Ort-Treffen wieder möglich sind) Seminare – z.B. in Hinblick auf betriebswirtschaftliche Themen, gesunde Preise für den Betrieb, (Online-)Marketing mit kleinem Budget, der richtige Umgang mit (Online-)Vertriebs-Plattformen, Leitfäden, Checklisten & Co.

5. Konzentrieren Sie sich im Marketing auf die Inspiration und die (Stamm-)Gästebindung.

Inspirieren Sie jetzt mit Bildern und News aus der Region, um dann im nächsten Schritt die Vorfreude auf Urlaub wieder zu steigern. „Heute träumen und morgen urlauben“.  Geben Sie den Menschen zu Hause das Gefühl, ein Stück Urlaub zu ermöglichen. Digital oder auch per Post. Aber von ganzem Herzen. Nutzen Sie auch die Zeit, um beim Content, wo möglich, nachzuschärfen.

Posten Sie unbedingt weiter und bleiben Sie in Kontakt mit Ihren Gästen. Vor allem Stammgäste sind mit der Destination sehr verbunden, fühlen mit und möchten wissen, wie es vor Ort aussieht. Wecken Sie Sehnsüchte und halten Sie die Erinnerung am Leben. Es geht jetzt nicht um klassische Werbung und Kampagnen, sondern darum mit nützlichen, authentischen und unterhaltsamen Inhalten im Kopf der Gäste zu bleiben.

Die SalzburgerLand Tourismus GmbH hat zu diesem Thema einen Leitfaden erstellt, der Sie bei der Kommunikation in der Krise unterstützen soll. >> Mehr Infos & Download

Nutzen Sie auch die Zeit dafür, sich mit Ihren Kundendaten auseinanderzusetzen. So können Sie in Zukunft noch wirksameres und kosteneffizienteres Marketing betreiben. Bereiten Sie sich auf den Neustart vor. Wenn es wieder richtig losgeht, werden alle zugleich und volle Kraft voraus kommunizieren.

Mag. Gernot Memmer. (Foto: (c) Kohl & Partner)

Zur Person:

Mag. Gernot Memmer ist Managing Partner und Geschäftsführer des auf Tourismus- und Hotellerie-Consulting spezialisierten Unternehmens Kohl & Partner. Er ist Lektor an der Fachhochschule Salzburg im Rahmen des Studiengangs für Innovation und Management im Tourismus sowie an der Universität Klagenfurt.

Fachliche Schwerpunkte:

  • Touristische Orts- und Regionalentwicklung / Destinationsentwicklung
  • Strategie- und Produktentwicklung für Destinationen
  • Organisationsentwicklung, Führung und HR in DMOs
  • Employer Branding in Destinationen

7. April 2020

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