Updates aus den Märkten

Wie ist die aktuelle Lage in unseren wichtigsten Märkten und Nachbarländern? Ein Überblick.

Aus den MärktenNewsroomSpezial: Corona-Krise

*** Dieser Artikel wird täglich aktualisiert *** Aktueller Stand: 30. März 2020, 13.00 Uhr ***

Europäische Union

 

Zur Eindämmung des Coronavirus haben die EU-Staats- und Regierungschefs am Dienstag, 17. März die vorübergehende Schließung der EU-Außengrenzen beschlossen. Der Beschluss soll von den Mitgliedsstaaten “so rasch wie möglich” umgesetzt werden, die Dauer der Maßnahme wurde vorerst auf 30 Tage festgelegt. >> Mehr dazu: Artikel auf orf.at

Gleichzeitig unterstützt die EU-Kommission jene Länder, die noch Urlauber von außerhalb Europas zurückholen müssen.

Unsere Nachbarländer

Deutschland

Lage an den Grenzen: Alle Personen, die über keinen triftigen d.h. dringend notwendigen/ berufsbedingten Reisegrund verfügen, können nicht mehr nach Deutschland einreisen. Der Warenverkehr bleibt möglich. Es besteht eine weltweite Reisewarnung für alle Reisen ins Ausland. Die Weiterreise von den Flughäfen München und Frankfurt nach Österreich mit der Bahn ist derzeit möglich. Die Deutsche Bundesbahn hält den Zugsverkehr nach Österreich derzeit  fast planmäßig aufrecht.

Sonstige Maßnahmen: Mit 22.3.2020 wurden Bund-Länder-Leitlinien vereinbart. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren [nicht] im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen sollen von Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden. Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoostudios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.
Für Universitäten, Schulen und Kindergärten, soweit deren Betrieb nicht gänzlich eingestellt wird, gilt ein generelles Betretungsverbot für Personen, die sich in den letzten 14 Tagen in Risikogebieten im Ausland aufgehalten haben. Zusammenkünfte sind zu verbieten.

Quellen: BMEIA; Deutsche Bundesregierung.

Schweiz

Lage an den Grenzen: Der Bundesrat hat entschieden, die Einreiseverbote und Grenzkontrollen auf sämtliche Schengen-Staaten außer dem Fürstentum Liechtenstein auszudehnen. Die Einreise aus dem Ausland ist nur noch Schweizer Bürgerinnen und Bürgern, Personen mit einem gültigen Aufenthaltstitel oder einer Arbeitsbewilligung in der Schweiz erlaubt. Auch der Transit- und Warenverkehr mit Bescheinigung sind weiterhin zugelassen. Zudem hat der Bundesrat beschlossen, dass bis zum 15. Juni 2020 keine Schengen-Visa und nationale Visa für sämtliche Drittstaaten erteilt werden.

Sonstige Maßnahmen: Im Moment haben zwei Kantone (Tessin und Baselland) Ausgangssperren verhängt. Schweizweit sind alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe bis einschließlich 19. April 2020 geschlossen. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelläden und Gesundheitseinrichtungen. Öffentliche und private Veranstaltungen sind verboten. Ebenso werden Betriebe geschlossen, in denen das Abstand halten nicht eingehalten werden kann. Der Präsenzunterricht in Schulen, Hochschulen und übrigen Ausbildungsstätten ist verboten. Auch dieses Verbot gilt bis 19. April 2020.

Quellen: BMEIA; Bundesamt für Gesundheit (Schweiz); ÖW Schweiz; Staatsekretariat für Migration Schweiz

Tschechien

Lage an den Grenzen: Fünf Grenzübergänge nach Österreich sind offen. Einreiseverbot nach Tschechien für ALLE Ausländer (außer jene mit einem permanenten oder temporären Aufenthalt mit mehr als 90 Tagen). Ausreiseverbot für Tschechen in ALLE Länder. Ausreiseverbot für Ausländer mit einem permanenten oder temporären Aufenthalt in Tschechien in ALLE Länder (im Falle einer Ausreise ist eine Wieder-Einreise nicht gestattet, solange der Notstand gilt). 14-Tage-Heimquarantäne in Tschechien für alle Einreisenden aus den Risikoländern (Österreich und mehr als 10 weitere Länder gelten als Risikoländer; Sonderregelungen für Grenzpendler, Warenverkehr; Transit durch Tschechien ist nicht mehr möglich, nur mehr im Rahmen von Evakuierung/Repatriierung über die diplomatischen Vertretungsbehörde des Heimatlands im Wohnsitzland.

Sonstige Maßnahmen: Verbot des freien Personenverkehrs in der gesamten Tschechischen Republik. Das Verbot gilt nicht für Fahrten zur Arbeit, notwendige Familienreisen, zur Deckung von Grundbedürfnissen oder den Besuch von medizinischen Einrichtungen. Es gilt aktuell keine Ausgangssperre, aber eine Empfehlung. Gesichtsschutz ist außer Haus verpflichtend. Personen über 65 Jahre dürfen nur von 07.00 – 09.00 Uhr einkaufen gehen. Alle Jüngeren nur zu den übrigen Öffnungszeiten.

Quelle: Österreichische Botschaft in Prag.

Italien

Lage an den Grenzen: Für ganz Italien gilt die Sicherheitsstufe 6 (Reisewarnung). Reisen nach und aus Italien aus touristischen Gründen sind nicht erlaubt. Nicht touristisch Reisende nach und aus Italien (inkl. Schengen) müssen eine Selbsterklärung mit Begründung vorweisen (ausschließlich aus zwingenden Berufsgründen, Notsituation, Gesundheitsgründen und Rückkehr zum Wohnsitz; die Richtigkeit der Selbsterklärung kann überprüft und bei Falschmeldungen können Sanktionen verhängt werden).

Sonstige Maßnahmen: Die italienische Regierung hat ein grundsätzliches Ein- und Ausreiseverbot sowie eine Beschränkung der Bewegungsfreiheit angeordnet. Ausnahmen gelten ausschließlich bei Vorliegen zwingender beruflicher Gründe, Notsituationen oder medizinischer Gründe. Die Rückkehr an den Wohnort ist möglich. Alle sich zurzeit in Italien aufhaltenden Personen sind aufgefordert, zu Hause zu bleiben, außer es handelt sich um die Versorgung mit Lebensmitteln oder Medikamenten. Die Polizei und andere Ordnungskräfte kontrollieren das Vorliegen der Gründe. Angesichts der sich dramatisch entwickelnden Situation der Coronavirus-Pandemie hat Italien ab 22.03.2020 die Maßnahmen im Kampf gegen die Krise neuerlich verschärft. Die gesamte nicht lebensnotwendige Produktion wurde geschlossen. Davon ausgenommen sind Supermärkte, Banken, Post und Apotheken, die für die Versorgung des Landes mit Gütern und essenziellen Dienstleistungen notwendig sind. Alle Maßnahmen gelten vorerst bis 3. April 2020. Die italienische Regierung hat mit 20. März 2020, die in Italien bereits seit 10. März geltenden Ausgangssperren zusätzlich verschärft und exekutiert diese ebenfalls verschärft. Covid-19 infizierten Menschen, die die Heim-Isolation verlassen, droht mittlerweile eine Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren.

Quelle: BMEIA

Slowenien

Lage an den  Grenzen: Passieren der Grenze ist nur an 14 Grenzübergängen möglich. Bei Einreise nach Slowenien gilt für slowenische Residenten eine Verpflichtung zur 14-tägigen selbstüberwachten Heimquarantäne, die Nicht-Residenten müssen bei Einreise ein Gesundheitszeugnis (nicht älter als 3 Tage) vorweisen. Einreisende nach Österreich müssen einen maximal 4 Tage alten Attest mitführen. Sonderregelungen bestehen für den Güter- und Pendler-Berufsverkehr.

Besonderheiten: Im Gegensatz zur Slowakei, wo alle öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren und Taxifahrten verboten sind, sind in Slowenien alle öffentlichen Verkehrsmitteln eingestellt und nur Taxitransfers möglich. Dazu zählen auch Mitfahrgelegenheiten, z.B. BlaBlaCar. Der Güterverkehr aus Italien über Slowenien in andere Zielländer (z.B. auch Österreich) wurde gestoppt bzw. stark eingeschränkt. Die Bewegungsfreiheit wurde eingeschränkt, es gilt ein allgemeines Versammlungsverbot.

Quelle: WKO Außenwirtschaft

Slowakei

Lage an den Grenzen: Zur Zeit besteht kein öffentlicher Verkehr zwischen Österreich und der Slowakei. Einreisen dürfen nur alle slowakischen Staatsbürger und (ausländische) Personen mit Daueraufenthalt oder temporärem Wohnsitz in der Slowakei. Diese sind aber verpflichtet, in 14-tägiger Heimquarantäne zu bleiben, was auch für die im selben Haushalt lebenden Personen gilt. Dabei ist es unerheblich, aus welchem Land sie in die Slowakei zurückreisen. Ausnahmen gelten nur für Pendler im Gesundheitsbereich. Es gilt eine Reisewarnung für alle Länder der Welt.

Sonstige Maßnahmen: Mundschutz-Pflicht für öffentliche Verkehrsmittel. Seit Montag, 16. März gilt der Notstand für das Gesundheitswesen. Ebenso sind alle Schulen, Kindergärten und Hochschulen geschlossen. Die schriftliche Matura wird verschoben. Ebenso werden so gut wie alle Geschäfte und Lokale sowie Dienstleistungen geschlossen. Keine Taxifahrten erlaubt. Es gibt keine gesetzlichen Ausgangsbeschränkungen, jedoch eine Empfehlung.

Quelle: WKO Außenwirtschaft

Ungarn

Lage an den Grenzen: Es gilt ein Einreiseverbot außer für ungarische Staatsbürger und EWR-Bürger mit ungarischer Aufenthaltsgenehmigung, die einer Heimquarantäne bzw. bei Verdacht einer offiziellen Quarantäne unterliegen. Für Pendler und Güterverkehr gibt es teilweise Ausnahmeregelungen. Einreisen nach Österreich sind nur mit einem maximal 4 Tage alten Attest UND einer Verpflichtung zur 14-tägigen selbstüberwachten Heimquarantäne möglich.
Bis auf Widerruf wird täglich am Grenzübergang Nickelsdorf – unter der Bedingung, dass die betreffenden Empfangsstaaten die Einreise der eigenen Staatsbürger garantieren – ein humanitärer Korridor für Staatsbürger aus Rumänien, Ukraine, Moldawien und Bulgarien zwischen 21:00 Uhr und 5:00 Uhr geöffnet. Der Railjet zwischen Budapest über Wien/Salzburg nach München verkehrt nach dem an die aktuelle Corona-Situation angepassten Fahrplan.

Sonstige Maßnahmen: Seit neuestem gelten die Ausgangsbeschränkungen. Einschränkung der Öffnungszeiten von Restaurants und Geschäften (mit Ausnahme für Produkte des täglichen Bedarfs): diese dürfen bis um 15.00 Uhr geöffnet sein. Generelles Verbot von Veranstaltungen (Ausnahmen: Zeremonien einer religiösen Gemeinschaft, bürgerliche Eheschließung und Beerdigung). Sportveranstaltungen dürfen ohne Zuschauer abgehalten werden. Es ist verboten, sämtliche Kultureinrichtungen (Theater, Kinos, Museen, Bibliotheken etc.) zu besuchen.

Besonderheiten: Personen über 70 Jahre werden nachdrücklich gebeten, zu Hause zu bleiben. Wenn sich eine Person über 70 dazu verpflichtet und die Gemeinde darüber informiert, übernimmt die zuständige Gemeinde ihre Versorgung.

Quellen: WKO Außenwirtschaft; ORF; ÖBB.

Sonstige wichtige Märkte

Niederlande

Lage an den Grenzen: Grenzen offen, Passagierflüge aus Österreich dürfen jedoch vorübergehend nicht in den Niederlanden landen. Das Verbot ist seit Montag 23.03.2020, 21.00 Uhr in Kraft und gilt bis zum 6. April 2020. Eine Ausnahme gilt für Flüge mit gestrandeten Niederländern an Bord, die in ihr Heimatland zurückkehren.
Zuvor hatten die Niederlande beschlossen, Flugzeuge aus Spanien, China, einschließlich Hongkong, Iran, Südkorea und Italien zu verbieten. Umgekehrt dürfen derzeit auch in Österreich keine Flüge aus den Niederlanden landen.

Sonstige Maßnahmen: Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen werden inzwischen im ganzen Land abgesagt. Derzeit Landeverbote für Flugzeuge aus besonders betroffenen Risikogebieten (aktuell China (inkl. Hong Kong), Iran, Südkorea und Italien). Die Maßnahme gilt vorerst für einen Zeitraum von zwei Wochen (ab 13.03.2020). An niederländischen internationalen Flughäfen werden derzeit keine Fieber-/Temperaturkontrollen durchgeführt. Lediglich Reisende aus Hochrisikoländern können derzeit Gesundheitschecks unterzogen werden. Flüge aus den Niederlanden haben keine Landeerlaubnis mehr in Österreich.

Quellen: BMEIA; ÖW; www.travmagazine.nl/.

Vereinigtes Königreich

Lage an den Grenzen: Grenzen offen, keine Reisekontrollen. Jedoch dürfen derzeit keine Flüge aus Großbritannien mehr in Österreich landen. Es gibt keine Reisewarnung, Österreich wird in der Liste der Länder mit hohem Risiko nicht aufgezählt. Aufgrund der Verbreitung des Coronavirus führt die britische Regierung derzeit eine verstärkte Überwachung von direkten Flügen aus den betroffenen Gebieten durch. An den Flughäfen muss daher mit verstärkten Einreisekontrollen zur Identifizierung erkrankter Reisender gerechnet werden.

Sonstige Maßnahmen: In Großbritannien werden zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie alle Pubs, Bars, Restaurants und Cafes geschlossen. Die britische Regierung kündigte in einer Rede an die Nation am 23. März 2020 strengere Maßnahmen an. Menschen dürfen in Großbritannien ihre Wohnungen und Häuser nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Dazu zählen der Einkauf von Produkten des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel und Medikamente, das Wahrnhemn medizinischer Termine, eine sportliche Aktivität täglich und der Weg zum Arbeitsplatz, so er „absolut notwendig“ ist. Sämtliche Maßnahmen treten ab dem 23. März 2020 mit sofortiger Wirkung in Kraft und sind vorerst für 3 Wochen gültig. Die Einhaltung der Regelungen wird kontrolliert und exekutiert.

Quellen: BMEIA; ÖW.

Dänemark

Lage an den Grenzen: Dänemark hat seine Grenzen geschlossen. Diese sind nur mehr für den Warenverkehr geöffnet und für heimreisende Dänen. Sämtliche Reisende, die keinen gewichtigen Grund der Einreise nachweisen können, wie z.B. Arbeit oder Wohnsitz in Dänemark bzw. vertragliche Verpflichtungen zur Bereitstellung von Gütern oder Dienstleistungen, werden zurückgewiesen. Touristen, die Dänemark zur Heimreise als Transitland benötigen, werden durchgelassen.

Sonstige Maßnahmen: Verlängerung der gesetzten Maßnahmen bis mindestens 13.04.2020. Alle Dänen, welche nicht der “Systemerhaltung dienen” (darunter fallen ArbeitnehmerInnen des öffentlichen Sektors in nicht als kritisch erachteten Funktionen sowie ArbeitnehmerInnen aus der Privatwirtschaft) werden gebeten, von Zuhause aus zu arbeiten. Schulen sind geschlossen. Zudem sind alle Restaurants, Café, Bars, Einkaufszentren, Fitnessklubs und Geschäfte seit Mittwoch, 18. März geschlossen. Nur noch Lebensmittelgeschäfte und Apotheken dürfen geöffnet sein. Menschenansammlungen von mehr als 10 Personen – sowohl im Innen- und Außenbereich – sind nicht erlaubt.

Quellen: BMEIA; WKO; ÖW.

Schweden

Lage an den Grenzen: Seit Donnerstag, 19. März und vorerst für einen Monat sind die schwedischen Grenzen geschlossen. Das schwedische Außenministerium hat eine Reisewarnung für alle Länder der Welt ausgesprochen.

Sonstige Maßnahmen: Menschen werden aufgefordert, wenn möglich von zu Hause zu arbeiten. Abiturschulen und Unis bleiben geschlossen. Leichte Änderungen im Restaurant-Bereich: Es ist nun nur möglich am Tisch zu essen oder das Essen mitzunehmen, Stehtische sind nicht länger erlaubt.
Bis zumindest 19.04.2020 sind die schwedischen Grenzen geschlossen. Nur schwer Erkrankte werden getestet (in Stockholm), alle anderen Personen mit Symptomen werden aufgefordert zu Hause zu bleiben.

Quelle: ÖW

Belgien

Lage an den Grenzen: An allen Grenzübergängen (Land-, Luft-, Seeweg) werden Kontrollen durchgeführt, um nicht notwendige Reisebewegungen zu unterbinden. Insbesondere ist eine Einreise zu touristischen Zwecken untersagt. An den Flughäfen kommt es bei Passagieren mit Krankheitssymptomen zu Gesundheitskontrollen mit Temperaturmessungen sowie Aufnahme von Kontaktdaten von Mitreisenden.

Sonstige Maßnahmen: Folgende Maßnahmen des Nationalen Sicherheitsrates sind vorläufig bis einschließlich 3. April 2020 in Kraft: Aufruf zur maximalen Einschränkung der sozialen Kontakte, nur Versorgungswege sind erlaubt, Versammlungsverbot. Schließung aller Restaurants, Bars, Diskotheken. Mit Ausnahme des Lebensmittelhandels und von Apotheken werden alle Geschäfte geschlossen. Absage aller Freizeitveranstaltungen (Kultur, Sport, Folklore). Schließung aller Museen, kulturellen und touristischen Einrichtungen. Suspendierung des Unterrichts an allen Schulen. Empfehlung zu Fernunterricht an den Hochschulen und Universitäten, die ihren Lehrbetrieb vielfach bereits eingestellt haben.

Die Polizei ist beauftragt, die strikte Einhaltung der Maßnahmen zu kontrollieren und sicherzustellen.

Quellen: BMEIA und ÖW

Polen

Lage an den Grenzen: Einreise nur für Polen (einige Ausnahmen) unter der Auflage der 14-tägigen Quarantäne. Einmaliges Durchreisen durch Tschechien für polnische Staatsbürger und EWR-Residenten in Polen ist unter Auflagen möglich. Eine Reisewarnung für alle Länder der Welt wurde ausgesprochen.

Sonstige Maßnahmen: Seit 12. März sind alle Bildungseinrichtungen, Museen, Theater und Kinos in ganz Polen geschlossen. Großveranstaltungen wurden landesweit abgesagt. Nur Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken und Banken sind geöffnet. Viele Behörden und Ämter haben ihren Betrieb nur auf die unbedingt notwendige Grundversorgung eingeschränkt. Die Arbeitgeber wurden gebeten soweit als möglich auf Home Office umzustellen. Die polnischen Staatsbürger wurden aufgefordert, sich nach Möglichkeit selbst zu isolieren und soziale Kontakte zu meiden.

Quellen: WKO Außenwirtschaft; Polnische Regierung.

Russland

Lage an den Grenzen: Die Grenzen zu Russland sind nur noch für den Warenverkehr geöffnet. Alle Flüge von/nach Österreich sind storniert. Es wurde ein Einreiseverbot nach Russland für sämtliche Ausländer bis 1. Mai eingeführt: Ausnahme bilden Diplomaten, offizielle Delegationen, Crews von Flugzeugen, Schiffen und Zügen sowie dauerhaft in Russland ansässige Personen. Die Konsularabteilung der österreichischen Botschaft in Moskau hat die Visa-Vergabe im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie eingestellt. Russland hat mit 27.03.2020 den zivilen Flugverkehr eingestellt bzw. werden alle Linien- und Charterflüge von und nach Russland ausgesetzt. Davon ausgenommen sind Flüge, mit denen im Ausland befindliche Russen in ihre Heimat zurückgeholt werden sollen. Nicht betroffen von der Regelung sind Inlandsflüge.

Sonstige Maßnahmen: In Moskau werden neben Schulen, Universitäten, Parks und Kultureinrichtungen auch Gastronomiebetriebe (ausgenommen Zustelldienste) geschlossen. Einkaufszentren und der öffentliche Verkehr sind von den Maßnahmen noch nicht betroffen. Der Moskauer Bürgermeister verhängt eine rigorose Ausgangssperre – das eigene Haus darf nur mehr bis zum nächsten Supermarkt oder der nächsten Apotheke verlassen werden. In den kommenden Tagen soll diese Sperre durch die Einführung von “Passierscheinen” verschärft werden, ohne die das Haus gar nicht mehr verlassen werden darf. Sämtliche Beherbergungs- und Tourismusbetriebe sind bis Ende Mai geschlossen. Präsident Putin erklärt die Woche ab 30.03. landesweit für arbeitsfrei. Alle Sportveranstaltungen und andere Unterhaltungsveranstaltungen sind bis zum 10. April 2020 grundsätzlich untersagt. Großveranstaltungen mit mehr als 50 Personen in Moskau und der Region Moskau sind temporär verboten. In St. Petersburg wurde ebenfalls ein Verbot für Großveranstaltungen mit mehr als 50 Personen eingeführt.

Quellen: BMEIA; WKO; ÖW Russland.

China

Lage an den Grenzen: Da man in den letzten Tagen einen erneuten Anstieg an „Auslandsinfektionen“ (Reisende aus dem Ausland) verzeichnete, setzt die chinesische Regierung weitere restriktive Maßnahmen im Kampf gegen die Corona Pandemie. Mit 28.03.2020 dürfen alle Ausländer – auch mit gültigem Visa oder einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung – nicht mehr nach China einreisen. Davon ausgenommen sind Diplomaten, Militär, offizielle Delegationen oder jene mit C Visas (Crew visas – Crews von Flugzeugen, Schiffen und Zügen). Fast alle Fluglinien haben ihre Direktverbindungen von Europa nach China vorübergehend eingestellt.

Sonstige Maßnahmen: Seit 23.3.2020 werden alle internationalen Flüge mit dem Reiseziel Beijing  auf 12 Flughäfen (inkl. Pudong Airport Shanghai) umgeleitet – dort müssen alle Einreisenden den „Health Check-up“ passieren. Dann erfolgt die Weiterreise. Kranke oder Verdachtsfälle werden in den Provinzstädten in Krankenhäuser gebracht. Aktuell betrifft es Flüge aus Paris, Moskau, Toronto und Tokio.

Generell werden bei Ankunft internationaler Flüge werden noch an Bord bzw. nach Verlassen des Flugzeugs intensive Gesundheitskontrollen, die oft mehrere Stunden in Anspruch nehmen, durchgeführt. Landesweit gelten nach wie vor strenge Quarantänebestimmungen. Während der Quarantänezeit ist es nicht möglich, China wieder zu verlassen. Die anfangs verhängten Ausgangssperren, welche in diesem Sinne nur für die Provinz Hubei ausgesprochen wurden, sind aufgehoben. Es herrscht aber nach wie vor Maskenpflicht und allerorts wird Fieber gemessen.
In den letzten Tagen hat sich die Zahl der Neuinfektionen größtenteils auf 0 reduziert. Die anfangs verhängten Ausgangssperren, welche in diesem Sinne nur für die Provinz Hubei ausgesprochen wurden, sind aufgehoben. Mit 08.04.2020 wird die Schließung bzw. die Abriegelung der Stadt Wuhan aufgelöst. Das Leben gewinnt an Normalität. Tlw. dürfen Masken an “gut ventilierten” Orten abgelegt werden. Betriebe nehmen ihre Arbeit wieder auf, die Produktion läuft an. Viele strenge Maßnahmen (Fiebermessen, Maskenpflicht mit Ausnahmen) bleiben aufrecht, wenngleich immer mehr Restaurants und Geschäfte öffnen.

Quellen: BMEIA, WKO Außenwirtschaft; ÖW China.

Südkorea

Lage an den Grenzen: Die Grenzen in Südkorea sind nicht gesperrt. Die Regierung testet alle Einwohner, welche in Kontakt mit Infizierten gewesen sein könnten, auch ohne Symptome. Es gibt keine Einreiseverbote. Es gilt für alle Länder eine Reisewarnung. Am 26.03.2020 begann man mit dem Betrieb von „Walk-Through“ Testanlagen für das neuartige Coronavirus am internationalen Flughafen Incheon, um das Screening zu beschleunigen. Ab sofort müssen sich ALLE Einreisenden – auch aus Europa (direkt oder via Transit) – für zwei Wochen selbstisolieren. Zudem muss man sich bei Einreise in der Republik Korea besonderen Maßnahmen unterziehen. Dies umfasst einen Gesundheits-Check (Temperaturmessung), einen medizinischen Fragebogen sowie das Laden der Smartphone-Applikation „Selbst-Diagnose-App“ auf Ihr Mobiltelefon. Letzteres dient zur 14-tägigen Überwachung des Gesundheitszustandes und der Einhaltung der Quarantäne.

Sonstige Maßnahmen: Alle Schulen und Universitäten sind derzeit geschlossen. Am 25 März hat die Regierung ein “Special travel advisory” herausgegeben, das die Bevölkerung auffordert, alle Reisen innerhalb eines Monats zu stornieren bzw. zu verschieben.

Quellen: BMEIA; WKO Außenwirtschaft; ÖW Korea.

USA

Lage an den Grenzen: Seit Samstag, 14. März gibt es in den USA ein 30-tägiges Einreiseverbot von Reisenden aus EU-Ländern. Das Verbot gilt nicht für US-Bürger, die von einem Europa-Aufenthalt zurückkehren. Diese müssen jedoch negativ auf das Coronavirus getestet werden, um einreisen zu dürfen. Mit 16. März 2020 wurde das Einreiseverbot auch auf Reisende ausgedehnt, die sich innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen vor der Einreise in die USA in Irland oder Großbritannien (ohne Überseegebiete) aufgehalten haben. Außerdem sind die Grenzen zu Kanada und Mexico für den Personenverkehr geschlossen.

Sonstige Maßnahmen: Um der Ausbreitung von COVID-19 effektiver begegnen zu können, wurde ein nationaler Notstand (National Emergency) ausgerufen. Es gibt immer mehr Einschränkungen im öffentlichen Leben (Reduzierung der Öffnungszeiten von Restaurants, Schließung von Geschäften etc.). Ausgangssperren („shelter-in-place“) gibt es in der Bay Area/Kalifornien, New Rochelle/New York State und dem Bundesstaat Illiniois. An den Flughäfen wurden Gesundheitskontrollen mit Temperaturmessungen für ankommende Passagiere eingerichtet.

Quellen: BMEIA; ÖW USA; Website Whitehouse Government.

Israel

Lage an den Grenzen: Aufgrund des sich ausbreitenden Coronavirus (COVID-19) gilt in Israel seit 6. März ein Einreiseverbot für sämtliche aus Österreich sowie Italien, Deutschland, Spanien, Frankreich und der Schweiz kommende Reisende. Davon sind auch Reisende betroffen, die sich innerhalb der jeweils letzten 14 Tage in den genannten Ländern aufgehalten haben. Darüber hinaus gilt seit 12. März für alle nach Israel Reisenden (aus allen Ländern) ab Einreise eine verpflichtende 14-tägige Heim-Quarantäne.

Sonstige Maßnahmen: Alle Bürger sind aufgerufen, ihre Häuser nicht mehr zu verlassen, außer, wenn es absolut nötig ist. Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte am Dienstag, 17. März den Notstand für den öffentlichen Sektor. Notwendige Betriebe wie Supermärkte, Lebensmittelproduktion, Banken und Tankstellen sollen weiterhin normal geöffnet sein. Nachts und am Wochenende wird sämtlicher öffentlicher Nahverkehr eingestellt. Die Menschen dürfen sich lediglich zu zehnminütigen Spaziergängen draußen aufhalten und müssen strikt sozialen Abstand von mindestens zwei Metern zueinander einhalten.

Quelle: BMEIA; www.juedische-allgemeine.de


27. März 2020

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