Umweltzeichen für Tourismusdestinationen

Im „Masterplan für Tourismus“ ist das Aktionsfeld „Österreich als ‚grüne‘ Destination positionieren“ definiert. Eines der Ziele dabei ist es, das Österreichische Umweltzeichen als Gütesiegel für nachhaltige Tourismusdestinationen zu etablieren. Die Umweltzeichen-Richtlinie steht nun kurz vor der Fertigstellung.

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Die Idee, ein Umweltzeichen für Tourismusdestinationen zu entwickeln, gibt es schon seit einigen Jahren. Konkret wurden diese Überlegungen mit der 2019 erfolgten Veröffentlichung der nationalen Tourismusstrategie im „Plan T“. Eines der Aktionsfelder zielt dabei darauf ab, das Österreichische Umweltzeichen im Tourismus für Betriebe und Destinationen stärker zu etablieren.

Eine im Sommer 2020 unter deutschen und österreichischen Tourismusunternehmen, -verbänden und -organisationen durchgeführte >>Umfrage von ZENAT (Zentrum für Nachhaltigen Tourismus an der HNE Eberswalde), TourCert sowie Futouris e.V. zeigt, dass auch die Professionisten ein zunehmendes Interesse an nachhaltigen Tourismusangeboten erwarten.

Worum geht es beim Österreichischen Umweltzeichen für Tourismusdestinationen?

In der neuen österreichischen Richtlinie wird der Ist-Zustand und das Handeln einer Tourismusdestination umfassend betrachtet. Dazu gehört nicht nur das klassische Destinationsmanagement und -marketing, sondern auch Themen, in die touristische Aktivitäten eingebettet sind und die sowohl einen wesentlichen Teil der Qualität eines Lebensraumes ausmachen, als auch für eine nachhaltige Entwicklung unabdingbar sind. Dazu gehören zum Beispiel: Mobilität, Naturschutz und Biodiversität, Bodennutzung und Raumplanung, Energie, Wasser, Abfall, Luftgüte und Lärm.

Bereits vorhandene, thematisch relevante Projekte und Strukturen sollen genutzt und in den Prozess integriert oder mit den geforderten Themen erweitert und ergänzt werden (z.B. bestehende Zertifizierungen wie Biosphären-Zertifikate, regionale Gütesiegel, Bio-Gütesiegel etc).

Welche Kriterien gilt es zu erfüllen?

Die Zertifizierung einer ganzen Destination ist ein komplexer Prozess. In Österreich liegen sowohl auf betrieblicher als auch auf regionaler bzw. Destinations-Ebene bereits zahlreiche „Umweltschutz-Bausteine“ vor, auf die bei der Umsetzung der Zertifizierung aufgebaut wurde und die bei der Entwicklung der Kriterien berücksichtigt worden sind. Auch bereits vorhandene (internationale) Indikatoren und Zertifizierungen wurden analysiert. Insbesondere das europäische Indikatoren-System für nachhaltigen Tourismus (ETIS) sowie die Destinations-Kriterien und -Indikatoren des Global Sustainable Tourism Council (GSTC) wurden (fast) gänzlich in die Kriterien eingearbeitet. Besonders die Anerkennung eines Standards durch GSTC ist für das Österreichische Umweltzeichen von hoher Bedeutung, denn deren >>Kriterien geben einen weltweit gültigen, einheitlichen Rahmen vor, welche Inhalte in einem Zertifizierungssystem für nachhaltigen Tourismus enthalten sein sollten.

Wer kann sich zertifizieren lassen?

Als Untergrenze (Mindestgröße) wird eine Gemeinde mit touristischer Relevanz (Gemeinden mit touristischer Wertschöpfung und Nächtigungen) gesehen, touristische Unternehmen (Resorts, Freizeitparks etc.) werden in diesen Richtlinien nicht erfasst – diese können ggf. als solche die Richtlinie für Betriebe (UZ 200) umsetzen.

Drei Salzburger Pilotregionen

Ab 2022 werden 19 Pilotregionen erste Erfahrungen mit diesem neuen Zertifizierungsprozess sammeln, darunter auch drei Orte bzw. Regionen aus dem SalzburgerLand: Seeham, Wagrain-Kleinarl und Saalfelden-Leogang.

Weitere Vorgehensweise

Der vorliegende finale Richtlinienentwurf für das Österreichische Umweltsiegel für nachhaltige Tourismusdestinationen wird Mitte Dezember dem Umweltzeichen-

Beirat zur Abstimmung vorgelegt. Sobald die beschlossene Richtlinie vorliegt und veröffentlicht wird, werden wir hier darüber berichten. Alle interessierten Tourismusgemeinden und -regionen halten wir über die nächsten Schritte im Zertifizierungsprozess gerne auf dem Laufenden.

>>Hier finden Sie in der Zwischenzeit nähere Informationen zum Themenkomplex „Nachhaltiger Tourismus“.


13. Dezember 2021

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