Expertin: Digitales „Aufräumen“ jetzt angehen

Teil 2 der Serie "Kommunikation in der Krise": Wir sprechen mit Digital- und Content-Marketing-Expertin Nicola Dietrich über die Chance, die digitale Kommunikation von Regionen, Tourismusverbänden oder Betrieben jetzt neu zu denken.

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Nicola Dietrich ist Mitglied der Geschäftsleitung bei styria digital one, Österreichs führendem digitalen Vermarkter mit einem Medienportfolio von rund 30 Portalen (darunter diepresse.com, kleinezeitung.at oder ichkoche.at) sowie Head of Content Strategy bei Styria Content Creation, einer mehrfach ausgezeichneten österreichischen Content Marketing Agentur. Sie berät Kunden in der Entwicklung von Digitalstrategien, konzipiert kreative Kommunikationslösungen und unterstützt bei deren Umsetzung.

Wir haben sie Nicola Dietrich gefragt, was sie Regionen, Tourismusverbänden und Unterkunftsbetrieben jetzt rät und wie die Zeit der Krise in eine produktive und konstruktive Zeit für die digitale Kommunikation mit Gästen genutzt werden kann.

Nicola Dietrich über …

… die Bedeutung von Werten in Marketing & Kommunikation

„Die Menschen sind, was Werbung und Kommunikation betrifft, gerade sehr sensibel. Wie man es auch in anderen Krisenzeiten beobachten kann, haben auch in der Corona-Krise Sicherheit und Seriosität einen höheren Stellenwert denn je. Werbung darf sein! Aber das Umfeld muss ein hochseriöses sein. Dort wird die Werbung nicht nur besser erinnert. Sie wird auch als relevanter wahrgenommen und wirkt sympathischer.

Aber auch alle anderen Formen der Kommunikation dürfen nicht aufhören. Man muss die Inhalte in eigenen Publikationen – Magazine, Newsletter, Social Media, Webseite, etc. – aktuell halten. Man muss erreichbar und präsent sein. Das kann man hervorragend mit digitalen Kanälen verstärken, z.B. indem man Chats und Video Calls anbietet oder die Reaktionszeiten auf Anfragen von Gästen verbessert.

… die Chance, jetzt digital „auszumisten“

Die Zeit, die manche in der Krise jetzt vielleicht unbeabsichtigt zur Verfügung haben, weil ihr Betrieb geschlossen ist oder Marketing-Kampagnen ruhend gestellt wurden, sollte man bestmöglich nutzen, ist Nicola Dietrich überzeugt. Zum Beispiel für „sorgfältige digitale ‚Aufräumarbeiten‘ und die Umsetzung von langfristigen Vorhaben, für die im Alltag sonst keine Zeit ist. Aufräumen bedeutet zum Beispiel, dass man Print-Inhalte sukzessive ins Web überträgt. Bei bestehenden Web-Inhalten sollte man sich ansehen, ob sie noch aktuell sind, wie sie performt haben oder ob sie überhaupt nützlich sind. Denn um die Auffindbarkeit und Relevanz im Internet wird nach dieser Krise, die auch viele bisher nur analog agierende Unternehmen ins Netz zwingt, noch stärker gekämpft werden als bisher. Oder nehmen Sie sich endlich die Zeit, angestrebte Vorhaben gut aufzusetzen – Datenstrategie und Arbeiten mit Daten, das war doch noch 2018 auf der Agenda, richtig? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das zu organisieren!“

… die Vorteile von Social Media in der aktuellen Situation

„Jetzt ist der Zeitpunkt, um in Social Media die Vorfreude anzukurbeln, z.B. mit emotionalen Videos, die man zuhause ohne großen Drehaufwand aus vorhandenen Bildern und Videosequenzen machen kann. Man kann in Ruhe eine Strategie zu Zitat-Postings oder Quizzes überlegen. Auch Aktivitäten, um die Engagement-Rate auf Social Media zu steigern oder die Zielgruppen noch besser herauszuputzen – z.B. indem man seinen B2B-Auftritt auf LinkedIn mit eigenen Botschaften und Inhalten bearbeitet – sind jetzt sinnvoll. Genauso wie User Generated Content aufzubauen, bei User-Postings auf Instagram nachzufassen und die Nutzungsrechte anzufragen. Damit schafft man sich mit geringem Aufwand einen Pool an gutem Material, auf den man später immer wieder zurückgreifen kann.“


31. März 2020
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